Das Wichtigste in Kürze
- Google zeigt bei lokalen Suchen zuerst die Karte mit meist drei Praxen – dafür zählt vor allem das Google-Unternehmensprofil.
- Ihre Website liefert die Inhalte: eine Seite pro wichtiger Leistung, mit Ort und Bezirk oder Stadtteil im Seitentitel.
- Name, Adresse und Telefonnummer müssen überall identisch sein – auf Website, Google, DocFinder, Jameda und in Verzeichnissen.
- Bei Gesundheitsthemen achtet Google besonders auf Fachwissen und Vertrauenswürdigkeit – zeigen Sie, wer hinter den Inhalten steht.
- Mit der kostenlosen Google-Vorschau prüfen Sie Ihre Seitentitel und Beschreibungen in Sekunden.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln ändern sich – prüfen Sie Details bei Ihrer Kammer, Ihrem Berufsverband oder Ihrer Steuerberatung.
Wie die lokale Suche funktioniert
Bei Suchen mit Ortsbezug – ausdrücklich („Hautarzt Salzburg“, „Hautarzt Leipzig“) oder unausgesprochen („Hautarzt“ auf dem Handy) – zeigt Google zwei Arten von Ergebnissen: oben die Karte mit Praxen aus den Unternehmensprofilen, darunter die klassischen Suchergebnisse mit Websites. Nach eigenen Angaben bewertet Google lokale Ergebnisse vor allem nach drei Faktoren:
- Relevanz: Passen Ihr Profil und Ihre Website zu dem, was gesucht wird?
- Entfernung: Wie nah ist Ihre Praxis am Suchort oder an der suchenden Person?
- Bekanntheit: Wie bekannt ist die Praxis – gemessen z. B. an Bewertungen, Links und Erwähnungen im Netz?
Auf die Entfernung haben Sie keinen Einfluss, und kaufen lässt sich ein besserer Platz laut Google auch nicht. Auf Relevanz und Bekanntheit haben Sie aber Einfluss – und genau darum geht es in den folgenden sieben Schritten. Sie gelten auch für die KI-Antworten in der Google-Suche: Laut Google brauchen Websites dafür keine Sonderbehandlung, sondern dieselben Grundlagen wie für die normale Suche.
In 7 Schritten besser gefunden werden
Google-Unternehmensprofil vervollständigen
Die genaueste Hauptkategorie, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Fotos, Leistungen und der Link zur Website. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber zum Google-Profil.
Aussagekräftige Seitentitel schreiben
Der Seitentitel (title-Tag) ist die blaue Überschrift im Suchergebnis. Er sollte Leistung, Ort und Praxisname enthalten, z. B. „Physiotherapie in Graz-Lend – Praxis Muster“ oder „Hausärztin in Hamburg-Eimsbüttel – Praxis Dr. Muster“. Google kürzt lange Titel; mit rund 50–60 Zeichen sind Sie meist auf der sicheren Seite.
Eine Seite pro wichtiger Leistung
Statt einer Sammelseite „Leistungen“ bekommt jede wichtige Leistung ihre eigene Seite: „Sportphysiotherapie“, „Lymphdrainage“, „Kiefergelenk“. So kann Google jede Seite der passenden Suche zuordnen. Welche Inhalte auf jede Seite gehören, zeigt der Ratgeber zu den Inhalten einer Praxis-Website.
Ort und Umgebung nennen
Nennen Sie Stadt, Bezirk oder Stadtteil und Orientierungspunkte natürlich im Text – „im 7. Bezirk, fünf Minuten von der U3 Neubaugasse“ oder „in Schwabing, zwei Minuten von der U-Bahn Münchner Freiheit“. Keine Listen mit 20 Ortsnamen: Das wirkt auf Google wie Spam.
Überall dieselben Kontaktdaten
Name, Adresse und Telefonnummer (kurz NAP) sollten auf Website, Google und allen Verzeichnissen identisch sein – bis zur Schreibweise der Straße. Welche Verzeichnisse in Ihrem Land zählen, zeigt die Tabelle unten.
Schnell und handytauglich
Komprimierte Bilder, wenig Skripte, gutes Hosting. Ob Ihre Seite schnell genug ist, zeigt Googles kostenloses Tool PageSpeed Insights mit den Core Web Vitals: Der größte Inhalt sollte in höchstens 2,5 Sekunden geladen sein.
Strukturierte Daten ergänzen
Mit strukturierten Daten (schema.org) sagen Sie Google maschinenlesbar, dass Ihre Seite eine Arztpraxis, Physiotherapie- oder Psychotherapiepraxis ist, wo sie liegt und wann sie geöffnet hat. Das ist unsichtbar für Besucher:innen, hilft aber bei der richtigen Einordnung.
| Österreich | Deutschland | |
|---|---|---|
| Karten & Suche | Google-Unternehmensprofil, Apple Maps, Bing Places | Google-Unternehmensprofil, Apple Maps, Bing Places |
| Bewertungsportale | DocFinder | Jameda |
| Verzeichnisse | Herold, Arztsuche der Ärztekammern | Das Örtliche, Gelbe Seiten, Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigungen |
| Terminbuchung | z. B. Doctolib, Latido | z. B. Doctolib |

Seitentitel und Beschreibung: das Schaufenster bei Google
Titel und Beschreibung bestimmen, ob jemand auf Ihr Ergebnis klickt. Gute Titel sind konkret, nennen den Ort und klingen nach Mensch, nicht nach Keyword-Liste. Die Beschreibung (meta description) ist kein Rankingfaktor, aber Ihre Chance, in zwei Sätzen zu sagen, warum genau Ihre Praxis passt.
So machen Sie es richtig
- „Hausärztin in Wien-Mariahilf – Praxis Dr. Muster“
- „Psychotherapie bei Angst und Depression in Linz | Mag. Muster“
- „Kinderphysiotherapie in Köln-Nippes – Praxis Muster“
- Beschreibung mit Nutzen: „Alle Kassen, Termine auch online, barrierefreier Zugang.“
Lieber nicht
- „Startseite“ oder „Home“
- „Arzt Wien Arzt Mariahilf Hausarzt Wien bester Arzt“
- Auf jeder Seite derselbe Titel
- Superlative oder Heilversprechen im Titel – auch das Werberecht spricht dagegen
So sieht Ihre Praxis bei Google aus
Geben Sie Titel und Beschreibung ein und sehen Sie sofort, wie Ihr Suchergebnis auf Desktop und Handy aussieht – inklusive Pixel-Messung, ob etwas abgeschnitten wird.
Gesundheitsinhalte: warum Vertrauen bei Google zählt
Gesundheit gehört für Google zu den Themen, bei denen falsche Informationen Menschen schaden können. Für solche Inhalte legen die Bewertungssysteme besonders viel Wert auf Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit – im SEO-Jargon „E-E-A-T“. Für Praxen ist das ein Vorteil: Sie haben genau das, was Ratgeberportalen oft fehlt.
- Zeigen Sie, wer schreibt: Name, Berufsbezeichnung und Qualifikation bei Fachtexten, verlinkt mit der Team-Seite.
- Schreiben Sie aus Ihrer Praxis: konkrete Abläufe, typische Fragen Ihrer Patient:innen, ehrliche Grenzen einer Behandlung.
- Halten Sie Texte aktuell: ein Datum „zuletzt geprüft“ bei medizinischen Inhalten, veraltete Angaben entfernen.
- Verlinken Sie seriöse Quellen: Fachgesellschaften, Gesundheitsportale der Behörden, Leitlinien.
- Erklären Sie Kassen und Kosten: In Österreich interessiert Patient:innen, ob Sie Kassen- oder Wahlärzt:in sind, in Deutschland, ob Sie gesetzlich Versicherte behandeln oder eine Privatpraxis führen.
Mehrsprachige Praxen sollten jede Sprache auf einer eigenen Adresse anbieten (z. B. /en/ oder /tr/) und die Versionen miteinander verknüpfen. Google empfiehlt ausdrücklich eigene Adressen pro Sprache statt einer Umschaltung über Cookies oder Browser-Einstellungen – sonst findet es die Übersetzungen unter Umständen gar nicht.
Der 30-Minuten-Check für Ihre Praxis
Nehmen Sie sich eine halbe Stunde und prüfen Sie:
- Suchen Sie Ihre wichtigste Leistung plus Ort im privaten Browserfenster: Wo erscheinen Sie?
- Ist Ihr Google-Profil bestätigt, mit Hauptkategorie, Öffnungszeiten und Fotos?
- Hat jede Seite Ihrer Website einen eigenen, aussagekräftigen Titel?
- Haben wichtige Leistungen eine eigene Seite?
- Sind Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch?
- Lädt die Startseite auf dem Handy in unter drei Sekunden?
- Ist Ihre Website in der kostenlosen Google Search Console angemeldet? Dort sehen Sie, mit welchen Suchbegriffen Patient:innen Sie finden.
- Haben Sie in den letzten drei Monaten neue Bewertungen bekommen?
- Verlinken Kammer, Berufsverband, Kliniken oder Partnerpraxen auf Ihre Website?

Was nicht hilft – oder sogar schadet
- Gekaufte Links oder Bewertungen: verstoßen gegen die Google-Richtlinien und sind für Gesundheitsberufe berufsrechtlich heikel.
- Keyword-Stuffing: Texte, die für Maschinen statt für Menschen geschrieben sind, rankt Google heute eher schlechter.
- Mehrere Google-Profile für dieselbe Adresse, um mehr Platz auf der Karte zu bekommen – erlaubt sind nur Profile für einzelne Behandler:innen.
- Keywords im Praxisnamen auf Google („Praxis Muster – Physiotherapie Graz billig“): Das kann zur Sperre des Profils führen.
- Versprechen von Platz 1 in einer Woche: Seriöse SEO-Arbeit kann niemand garantieren.
Und wenn Sie mit Anzeigen nachhelfen möchten: Auch Google Ads und Social-Media-Werbung fallen unter das Werberecht Ihres Berufs. Was erlaubt ist, steht in den Ratgebern für Ärzt:innen in Österreich und in Deutschland, für Physiotherapie in Österreich und in Deutschland, für Psychologie in Österreich und in Deutschland sowie für Psychotherapie in Österreich und in Deutschland.
Sie möchten sich darum nicht selbst kümmern? Unsere Websites bringen Seitentitel, strukturierte Daten und schnelle Ladezeiten bereits mit – und mit dem Zusatzmodul für lokales SEO betreuen wir Ihr Google-Profil laufend. Alle Module finden Sie unter Erweiterungen.
Quellen
- Google – Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings
- Google Search Central – Titellinks in den Suchergebnissen
- Google Search Central – Strukturierte Daten für lokale Unternehmen
- Google Search Central – Hilfreiche, verlässliche Inhalte (E-E-A-T)
- Google Search Central – KI-Funktionen und Ihre Website
- Google Search Central – Mehrsprachige Websites
- Google PageSpeed Insights



