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Praxis online

Die perfekte Praxis-Website: 12 Inhalte, die Patient:innen suchen

Patient:innen besuchen Ihre Website selten zum Stöbern. Sie wollen in wenigen Sekunden wissen: Hat die Praxis heute offen, macht sie das, was ich brauche, und wie komme ich zu einem Termin? Diese zwölf Inhalte beantworten genau das – in Österreich wie in Deutschland.

8 Min. LesezeitStand: November 2026

Für:Alle Berufe
Hand hält ein Smartphone in einem hellen Raum

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Besuche kommen vom Handy – Öffnungszeiten, Telefonnummer und Adresse müssen ohne Scrollen sichtbar sein.
  • Patient:innen suchen nach Leistungen in ihren Worten („Rückenschmerzen“, „Angst“), nicht nach Fachbegriffen.
  • Ein Team mit Fotos und eine klare Beschreibung des ersten Termins – inklusive Kosten und Erstattung – bauen Vertrauen auf, bevor jemand anruft.
  • Barrierefreiheit, Tempo und Datenschutz sind keine Extras, sondern Grundausstattung.
  • Impressum, Datenschutzerklärung und Werberecht hängen von Land und Beruf ab – die passenden Ratgeber für Österreich und Deutschland sind am Ende verlinkt.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln ändern sich – prüfen Sie Details bei Ihrer Kammer, Ihrem Berufsverband oder Ihrer Steuerberatung.

Was in den ersten Sekunden zählt

Stellen Sie sich eine Patientin vor, die morgens mit Halsschmerzen „Hausarzt Wien Neubau“ oder „Hausarzt München Schwabing“ in ihr Handy tippt. Sie öffnet drei Ergebnisse und bleibt bei der Praxis, die sofort sagt: heute geöffnet bis 12 Uhr, Termin ohne lange Wartezeit, Telefon antippen. Alles andere – Philosophie, Geschichte der Praxis, Werdegang – kommt später.

Die folgenden zwölf Punkte sind nach dieser Logik sortiert: zuerst das, was Patient:innen für die Entscheidung brauchen, dann das, was Vertrauen schafft, und zum Schluss das, was eine Website technisch gut macht. Sie gelten für Arztpraxen genauso wie für Physiotherapie-, Psychotherapie- und psychologische Praxen.

1–4: Die Basis, die jede Besucher:in sucht

1. Öffnungszeiten – am besten mit Live-Status

Öffnungszeiten sind der meistgesuchte Inhalt jeder Praxis-Website. Zeigen Sie sie auf der Startseite, nicht versteckt unter „Kontakt“. Noch besser ist ein Live-Status („Jetzt geöffnet · schließt um 18 Uhr“), der Feiertage und Urlaube kennt. Kündigen Sie Urlaube und Vertretungen rechtzeitig an – mit Namen und Adresse der Vertretungspraxis.

2. Telefon, E-Mail und Adresse mit einem Fingertipp

Die Telefonnummer muss auf dem Handy anklickbar sein, die Adresse direkt die Navigation öffnen. Geben Sie an, wann Sie telefonisch erreichbar sind – das erspart Ihrem Team Anrufe zur Mittagspause.

3. Anfahrt, Parken, öffentliche Verkehrsmittel und Zugang

„Wie komme ich hin?“ ist für Erstpatient:innen die zweitwichtigste Frage. Nennen Sie die nächste U-Bahn-, S-Bahn-, Straßenbahn- oder Bushaltestelle, Parkmöglichkeiten, Stockwerk und Lift. Für Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Krücken ist die Angabe „barrierefreier Zugang“ oft entscheidend – oder eben der ehrliche Hinweis, dass es zwei Stufen gibt.

4. Leistungen in den Worten der Patient:innen

Eine Liste wie „Manuelle Therapie, PNF, Lymphdrainage“ ist korrekt, hilft aber wenig. Patient:innen suchen nach ihrem Problem: Rückenschmerzen, Knie nach Kreuzbandriss, Schlafstörungen, Prüfungsangst. Beschreiben Sie jede Leistung in zwei, drei Sätzen: für wen sie ist, wie sie abläuft, was sie kostet oder ob die Kasse sie übernimmt. Für Google lohnt sich zu wichtigen Leistungen eine eigene Unterseite – mehr dazu im Ratgeber zu lokalem SEO.

Moderner Wartebereich mit weißen Stühlen, rundem Tisch und Pflanzen
Was Patient:innen im Wartezimmer sehen, sollten sie schon vorher online sehen: Räume, Team, Ablauf.

5–8: Inhalte, die Vertrauen schaffen

5. Das Team – mit echten Fotos

Menschen wählen Menschen. Ein freundliches Porträt, Name, Ausbildung, Schwerpunkte und Sprachen reichen. Professionelle Fotos der Räume und des Teams wirken deutlich besser als Stockfotos – gerade in der Psychotherapie, wo die Beziehung zur Therapeut:in im Mittelpunkt steht.

6. Der erste Termin, Schritt für Schritt

Was muss ich mitbringen? Brauche ich eine Überweisung oder Verordnung? Wie lange dauert der Termin, was kostet er, und was bekomme ich von der Kasse oder Versicherung zurück? Wer diese Fragen beantwortet, nimmt Unsicherheit – und bekommt weniger Rückfragen am Telefon.

7. Kassen, Honorare und Kostenerstattung

Sagen Sie klar, wie bei Ihnen abgerechnet wird. Die Begriffe unterscheiden sich zwischen Österreich und Deutschland – verwenden Sie die, die Ihre Patient:innen kennen, und erklären Sie in einem Satz, was das für sie bedeutet:

Abrechnung, die Patient:innen auf der Website verstehen sollten (Überblick, Stand: November 2026)
PraxisformÖsterreichDeutschland
Mit KassenvertragVertrag mit ÖGK, BVAEB und/oder SVS – Abrechnung über die e-cardZulassung über die Kassenärztliche Vereinigung – Abrechnung über die elektronische Gesundheitskarte
Ohne KassenvertragWahlärzt:in: Patient:innen zahlen das Honorar, die Kasse erstattet 80 % des Kassentarifs; größere Wahlarztpraxen reichen die Honorarnote elektronisch für sie einPrivatpraxis: Abrechnung nach GOÄ; private Krankenversicherung und Beihilfe erstatten je nach Tarif, gesetzlich Versicherte zahlen meist selbst
PhysiotherapieÄrztliche Verordnung; bei Wahlphysiotherapeut:innen Teilrückerstattung durch die KasseHeilmittelverordnung für gesetzlich Versicherte (mit Zuzahlung); Selbstzahler:innen und Privatversicherte nach Vereinbarung
PsychotherapieKassenplätze begrenzt; bei Wahltherapeut:innen Kostenzuschuss der Kasse pro SitzungMit Kassensitz über die KV; in der Privatpraxis nach GOP, für gesetzlich Versicherte unter Umständen per Kostenerstattung

Transparente Honorare sind erlaubt und schaffen Vertrauen. Wie Sie sie sachlich darstellen, regelt das Werberecht Ihres Berufs – die Ratgeber dazu für Ihr Land und Ihren Beruf finden Sie in der Tabelle am Ende dieses Beitrags.

8. Bewertungen und Mitgliedschaften

Eingebundene Bewertungen von Google, DocFinder (Österreich) oder Jameda (Deutschland) zeigen, dass andere gute Erfahrungen gemacht haben. Ergänzen Sie Mitgliedschaften in Fachgesellschaften und Zertifikate. Wie Sie zu mehr Bewertungen kommen, ohne Patient:innen zu bedrängen, lesen Sie im Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.

So machen Sie es richtig

  • Konkrete Angaben: „Erstgespräch 50 Minuten, 120 € – so bekommen Sie einen Teil von Kasse oder Versicherung zurück“
  • Echte Fotos von Praxis und Team
  • Fachbegriffe kurz erklären
  • Urlaub und Vertretung auf der Startseite ankündigen

Lieber nicht

  • Telefonnummer nur als Bild oder im Footer
  • Eine Seite „Leistungen“ mit 30 Fachbegriffen ohne Erklärung
  • Veraltete Öffnungszeiten oder Hinweise vom letzten Sommer
  • Heilversprechen oder Superlative („die beste Praxis der Stadt“)

9–12: Technik, die man nicht sieht – aber merkt

9. Für das Handy gebaut

Ein großer Teil der Besuche kommt von Smartphones. „Mobil optimiert“ heißt nicht nur, dass nichts abgeschnitten ist, sondern dass die wichtigsten Aktionen – anrufen, Route, Termin – mit dem Daumen erreichbar und die Schaltflächen groß genug sind.

10. Schnell, auch mit schwachem Netz

Jede Sekunde Ladezeit kostet Besucher:innen. Komprimierte Bilder, wenig Skripte und ein gutes Hosting machen den Unterschied. Google misst die Nutzererfahrung mit den sogenannten Core Web Vitals (Ladezeit, Reaktionszeit, stabiles Layout) und berücksichtigt sie beim Ranking – entscheidender bleibt aber, dass Ihre Inhalte zur Suche passen.

11. Barrierefrei

Ausreichende Kontraste, gut lesbare Schriftgrößen, Alternativtexte für Bilder und eine Bedienung per Tastatur helfen älteren Menschen, Menschen mit Sehbeeinträchtigung – und letztlich allen. Seit 28. Juni 2025 verlangen das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) in Österreich und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland Barrierefreiheit für bestimmte digitale Dienstleistungen, etwa Online-Buchungen. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen – das betrifft die meisten Einzelpraxen. Größere Praxen mit eigener Online-Terminbuchung sollten das prüfen lassen. Unabhängig davon ist eine barrierefreie Website für Gesundheitsangebote ein Zeichen von Sorgfalt.

12. Mehrsprachig, wenn Ihre Patient:innen es sind

Sprechen Sie oder Ihr Team Englisch, Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Polnisch oder Russisch? Dann sagen Sie es – am besten mit einer eigenen Sprachversion der wichtigsten Seiten. Für viele Patient:innen ist das der Grund, genau Sie zu wählen.

Laptop mit einem Moodboard auf einem weißen Schreibtisch neben einer Pflanze
Erst die Inhalte, dann das Design: Wer weiß, was Patient:innen suchen, gestaltet die Seiten gezielter.

Checkliste: Ist Ihre Website vollständig?

Ihre Praxis-Website hat …

  • Öffnungszeiten auf der Startseite, inklusive Urlaub und Vertretung
  • eine anklickbare Telefonnummer und eine Adresse, die die Navigation öffnet
  • Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Parken, Stockwerk und Hinweis zur Barrierefreiheit
  • jede Leistung in Alltagssprache, wichtige Leistungen auf eigenen Unterseiten
  • Team mit Fotos, Qualifikationen und Sprachen
  • Ablauf und Kosten des ersten Termins, Kassen und Erstattung
  • Bewertungen oder Mitgliedschaften
  • Online-Terminbuchung oder einen klaren Weg zum Termin
  • schnelle Ladezeit und eine Bedienung, die auf dem Handy funktioniert
  • ausreichende Kontraste, Alternativtexte, Tastaturbedienung
  • Impressum und Datenschutzerklärung nach den Regeln Ihres Landes und Berufs – einen ersten Entwurf erstellt der Impressum-Generator
  • einen Seitentitel und eine Beschreibung pro Seite für Google – testen Sie sie mit der Google-Vorschau

Pflichtangaben und Werberecht: je nach Land und Beruf

Die zwölf Inhalte oben gelten überall. Was im Impressum stehen muss und wie Sie Leistungen und Honorare bewerben dürfen, hängt dagegen vom Land und von Ihrem Beruf ab. Dafür gibt es eigene Ratgeber:

BerufImpressum & PflichtangabenWerberecht
Ärzt:innenÖsterreich · DeutschlandÖsterreich · Deutschland
PhysiotherapieÖsterreich · DeutschlandÖsterreich · Deutschland
PsychologieÖsterreich · DeutschlandÖsterreich · Deutschland
PsychotherapieÖsterreich · DeutschlandÖsterreich · Deutschland

Wie sähe das für Ihre Praxis aus?

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Sie möchten erst sehen, wie das in der Praxis aussieht? In unseren Beispiel-Websites finden Sie Arzt-, Physiotherapie- und Psychotherapiepraxen mit allen beschriebenen Inhalten. Was eine solche Website kostet, zeigt der Ratgeber zu den Kosten einer Praxis-Website.

Quellen

Kurz beantwortet

Fragen zu diesem Thema

Wie viele Unterseiten braucht eine Praxis-Website?

Für den Start reichen oft eine Startseite, eine Seite pro wichtiger Leistung, Team, Kontakt mit Anfahrt sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jede Seite eine klare Frage beantwortet.

Muss ich Preise auf der Praxis-Website angeben?

Eine allgemeine Pflicht, Honorare auf der Website zu veröffentlichen, gibt es für Praxen in Österreich und Deutschland in der Regel nicht. Sachliche Angaben zu Honoraren sind aber erlaubt und werden sehr geschätzt – vor allem bei Wahlarzt- und Privatpraxen ohne Kassenvertrag.

Muss eine Praxis-Website barrierefrei sein?

Seit 28. Juni 2025 gelten in Österreich (BaFG) und Deutschland (BFSG) Barrierefreiheitspflichten für bestimmte digitale Dienstleistungen wie Online-Buchungen. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Barrierefreiheit ist trotzdem empfehlenswert, weil sie allen Patient:innen hilft.

Brauche ich eine Online-Terminbuchung auf der Praxis-Website?

Nicht zwingend, aber viele Patient:innen buchen lieber abends online, als zu Praxiszeiten anzurufen. Wenn Sie bereits ein Buchungssystem wie Doctolib oder Latido nutzen, lässt es sich einfach auf der Website verlinken oder einbinden.

Wie oft sollte ich die Praxis-Website aktualisieren?

Öffnungszeiten, Urlaube und Team sollten immer aktuell sein. Darüber hinaus reicht es, die Inhalte einmal im Jahr zu überprüfen – oder sofort, wenn sich Leistungen, Honorare oder Kassenverträge ändern.

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  • Entwickelt in Wien
  • DSGVO-freundlich
  • WCAG AA
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