Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Besuche kommen vom Handy – Öffnungszeiten, Telefonnummer und Adresse müssen ohne Scrollen sichtbar sein.
- Patient:innen suchen nach Leistungen in ihren Worten („Rückenschmerzen“, „Angst“), nicht nach Fachbegriffen.
- Ein Team mit Fotos und eine klare Beschreibung des ersten Termins – inklusive Kosten und Erstattung – bauen Vertrauen auf, bevor jemand anruft.
- Barrierefreiheit, Tempo und Datenschutz sind keine Extras, sondern Grundausstattung.
- Impressum, Datenschutzerklärung und Werberecht hängen von Land und Beruf ab – die passenden Ratgeber für Österreich und Deutschland sind am Ende verlinkt.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln ändern sich – prüfen Sie Details bei Ihrer Kammer, Ihrem Berufsverband oder Ihrer Steuerberatung.
Was in den ersten Sekunden zählt
Stellen Sie sich eine Patientin vor, die morgens mit Halsschmerzen „Hausarzt Wien Neubau“ oder „Hausarzt München Schwabing“ in ihr Handy tippt. Sie öffnet drei Ergebnisse und bleibt bei der Praxis, die sofort sagt: heute geöffnet bis 12 Uhr, Termin ohne lange Wartezeit, Telefon antippen. Alles andere – Philosophie, Geschichte der Praxis, Werdegang – kommt später.
Die folgenden zwölf Punkte sind nach dieser Logik sortiert: zuerst das, was Patient:innen für die Entscheidung brauchen, dann das, was Vertrauen schafft, und zum Schluss das, was eine Website technisch gut macht. Sie gelten für Arztpraxen genauso wie für Physiotherapie-, Psychotherapie- und psychologische Praxen.
1–4: Die Basis, die jede Besucher:in sucht
1. Öffnungszeiten – am besten mit Live-Status
Öffnungszeiten sind der meistgesuchte Inhalt jeder Praxis-Website. Zeigen Sie sie auf der Startseite, nicht versteckt unter „Kontakt“. Noch besser ist ein Live-Status („Jetzt geöffnet · schließt um 18 Uhr“), der Feiertage und Urlaube kennt. Kündigen Sie Urlaube und Vertretungen rechtzeitig an – mit Namen und Adresse der Vertretungspraxis.
2. Telefon, E-Mail und Adresse mit einem Fingertipp
Die Telefonnummer muss auf dem Handy anklickbar sein, die Adresse direkt die Navigation öffnen. Geben Sie an, wann Sie telefonisch erreichbar sind – das erspart Ihrem Team Anrufe zur Mittagspause.
3. Anfahrt, Parken, öffentliche Verkehrsmittel und Zugang
„Wie komme ich hin?“ ist für Erstpatient:innen die zweitwichtigste Frage. Nennen Sie die nächste U-Bahn-, S-Bahn-, Straßenbahn- oder Bushaltestelle, Parkmöglichkeiten, Stockwerk und Lift. Für Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Krücken ist die Angabe „barrierefreier Zugang“ oft entscheidend – oder eben der ehrliche Hinweis, dass es zwei Stufen gibt.
4. Leistungen in den Worten der Patient:innen
Eine Liste wie „Manuelle Therapie, PNF, Lymphdrainage“ ist korrekt, hilft aber wenig. Patient:innen suchen nach ihrem Problem: Rückenschmerzen, Knie nach Kreuzbandriss, Schlafstörungen, Prüfungsangst. Beschreiben Sie jede Leistung in zwei, drei Sätzen: für wen sie ist, wie sie abläuft, was sie kostet oder ob die Kasse sie übernimmt. Für Google lohnt sich zu wichtigen Leistungen eine eigene Unterseite – mehr dazu im Ratgeber zu lokalem SEO.

5–8: Inhalte, die Vertrauen schaffen
5. Das Team – mit echten Fotos
Menschen wählen Menschen. Ein freundliches Porträt, Name, Ausbildung, Schwerpunkte und Sprachen reichen. Professionelle Fotos der Räume und des Teams wirken deutlich besser als Stockfotos – gerade in der Psychotherapie, wo die Beziehung zur Therapeut:in im Mittelpunkt steht.
6. Der erste Termin, Schritt für Schritt
Was muss ich mitbringen? Brauche ich eine Überweisung oder Verordnung? Wie lange dauert der Termin, was kostet er, und was bekomme ich von der Kasse oder Versicherung zurück? Wer diese Fragen beantwortet, nimmt Unsicherheit – und bekommt weniger Rückfragen am Telefon.
7. Kassen, Honorare und Kostenerstattung
Sagen Sie klar, wie bei Ihnen abgerechnet wird. Die Begriffe unterscheiden sich zwischen Österreich und Deutschland – verwenden Sie die, die Ihre Patient:innen kennen, und erklären Sie in einem Satz, was das für sie bedeutet:
| Praxisform | Österreich | Deutschland |
|---|---|---|
| Mit Kassenvertrag | Vertrag mit ÖGK, BVAEB und/oder SVS – Abrechnung über die e-card | Zulassung über die Kassenärztliche Vereinigung – Abrechnung über die elektronische Gesundheitskarte |
| Ohne Kassenvertrag | Wahlärzt:in: Patient:innen zahlen das Honorar, die Kasse erstattet 80 % des Kassentarifs; größere Wahlarztpraxen reichen die Honorarnote elektronisch für sie ein | Privatpraxis: Abrechnung nach GOÄ; private Krankenversicherung und Beihilfe erstatten je nach Tarif, gesetzlich Versicherte zahlen meist selbst |
| Physiotherapie | Ärztliche Verordnung; bei Wahlphysiotherapeut:innen Teilrückerstattung durch die Kasse | Heilmittelverordnung für gesetzlich Versicherte (mit Zuzahlung); Selbstzahler:innen und Privatversicherte nach Vereinbarung |
| Psychotherapie | Kassenplätze begrenzt; bei Wahltherapeut:innen Kostenzuschuss der Kasse pro Sitzung | Mit Kassensitz über die KV; in der Privatpraxis nach GOP, für gesetzlich Versicherte unter Umständen per Kostenerstattung |
Transparente Honorare sind erlaubt und schaffen Vertrauen. Wie Sie sie sachlich darstellen, regelt das Werberecht Ihres Berufs – die Ratgeber dazu für Ihr Land und Ihren Beruf finden Sie in der Tabelle am Ende dieses Beitrags.
8. Bewertungen und Mitgliedschaften
Eingebundene Bewertungen von Google, DocFinder (Österreich) oder Jameda (Deutschland) zeigen, dass andere gute Erfahrungen gemacht haben. Ergänzen Sie Mitgliedschaften in Fachgesellschaften und Zertifikate. Wie Sie zu mehr Bewertungen kommen, ohne Patient:innen zu bedrängen, lesen Sie im Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.
So machen Sie es richtig
- Konkrete Angaben: „Erstgespräch 50 Minuten, 120 € – so bekommen Sie einen Teil von Kasse oder Versicherung zurück“
- Echte Fotos von Praxis und Team
- Fachbegriffe kurz erklären
- Urlaub und Vertretung auf der Startseite ankündigen
Lieber nicht
- Telefonnummer nur als Bild oder im Footer
- Eine Seite „Leistungen“ mit 30 Fachbegriffen ohne Erklärung
- Veraltete Öffnungszeiten oder Hinweise vom letzten Sommer
- Heilversprechen oder Superlative („die beste Praxis der Stadt“)
9–12: Technik, die man nicht sieht – aber merkt
9. Für das Handy gebaut
Ein großer Teil der Besuche kommt von Smartphones. „Mobil optimiert“ heißt nicht nur, dass nichts abgeschnitten ist, sondern dass die wichtigsten Aktionen – anrufen, Route, Termin – mit dem Daumen erreichbar und die Schaltflächen groß genug sind.
10. Schnell, auch mit schwachem Netz
Jede Sekunde Ladezeit kostet Besucher:innen. Komprimierte Bilder, wenig Skripte und ein gutes Hosting machen den Unterschied. Google misst die Nutzererfahrung mit den sogenannten Core Web Vitals (Ladezeit, Reaktionszeit, stabiles Layout) und berücksichtigt sie beim Ranking – entscheidender bleibt aber, dass Ihre Inhalte zur Suche passen.
11. Barrierefrei
Ausreichende Kontraste, gut lesbare Schriftgrößen, Alternativtexte für Bilder und eine Bedienung per Tastatur helfen älteren Menschen, Menschen mit Sehbeeinträchtigung – und letztlich allen. Seit 28. Juni 2025 verlangen das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) in Österreich und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland Barrierefreiheit für bestimmte digitale Dienstleistungen, etwa Online-Buchungen. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen – das betrifft die meisten Einzelpraxen. Größere Praxen mit eigener Online-Terminbuchung sollten das prüfen lassen. Unabhängig davon ist eine barrierefreie Website für Gesundheitsangebote ein Zeichen von Sorgfalt.
12. Mehrsprachig, wenn Ihre Patient:innen es sind
Sprechen Sie oder Ihr Team Englisch, Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Polnisch oder Russisch? Dann sagen Sie es – am besten mit einer eigenen Sprachversion der wichtigsten Seiten. Für viele Patient:innen ist das der Grund, genau Sie zu wählen.

Checkliste: Ist Ihre Website vollständig?
Ihre Praxis-Website hat …
- Öffnungszeiten auf der Startseite, inklusive Urlaub und Vertretung
- eine anklickbare Telefonnummer und eine Adresse, die die Navigation öffnet
- Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Parken, Stockwerk und Hinweis zur Barrierefreiheit
- jede Leistung in Alltagssprache, wichtige Leistungen auf eigenen Unterseiten
- Team mit Fotos, Qualifikationen und Sprachen
- Ablauf und Kosten des ersten Termins, Kassen und Erstattung
- Bewertungen oder Mitgliedschaften
- Online-Terminbuchung oder einen klaren Weg zum Termin
- schnelle Ladezeit und eine Bedienung, die auf dem Handy funktioniert
- ausreichende Kontraste, Alternativtexte, Tastaturbedienung
- Impressum und Datenschutzerklärung nach den Regeln Ihres Landes und Berufs – einen ersten Entwurf erstellt der Impressum-Generator
- einen Seitentitel und eine Beschreibung pro Seite für Google – testen Sie sie mit der Google-Vorschau
Pflichtangaben und Werberecht: je nach Land und Beruf
Die zwölf Inhalte oben gelten überall. Was im Impressum stehen muss und wie Sie Leistungen und Honorare bewerben dürfen, hängt dagegen vom Land und von Ihrem Beruf ab. Dafür gibt es eigene Ratgeber:
| Beruf | Impressum & Pflichtangaben | Werberecht |
|---|---|---|
| Ärzt:innen | Österreich · Deutschland | Österreich · Deutschland |
| Physiotherapie | Österreich · Deutschland | Österreich · Deutschland |
| Psychologie | Österreich · Deutschland | Österreich · Deutschland |
| Psychotherapie | Österreich · Deutschland | Österreich · Deutschland |
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